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Genuss & Geschmack: Auf den Geschmack gekommen PDF  | Drucken |  E-Mail
Geschrieben von: Redaktion   
Montag, den 22. August 2011 um 00:00 Uhr

Der Sinn unserer Sinne – gestern, heute und morgen (2) - Mag. Hanni Rützler auf dem Symposium Kulinarische Intelligenz – Genuss ist Lebensqualität vom März 2010

Wien (Redaktion/im August 2011) - Geschmack ist ein komplexer Sinneseindruck, der zu 80% vom Geruchssinn und zu 20% vom Geschmackssinn wahrgenommen wird.

Fällt dieser Eindruck positiv aus und lässt er auch sonst nichts zu wünschen übrig, wird dies als Glossary Link Genuss empfunden. Genuss im Sinne einer ganzheitlichen, intensiven Sinnesempfindung, die mit körperlichem und geistigem Wohlbehagen verbunden ist. In Österreich bezeichnen sich rund 70% der Bevölkerung als Genießer, Männer etwas häufiger als Frauen.

Allerdings tun sie dies meist mit schlechtem Gewissen (f.eh 2009). Sie ängstigt der Gedanke, beim Genießen zu gierig oder zu unkontrolliert zu handeln und sie fürchten finanzielle oder gesundheitliche Folgen. Kein Wunder, funktionierten wir doch Jahrhunderte lang nach der Formel: Gegessen und getrunken wird, was auf den Tisch kommt. Brave Schlucker wurden herangezogen, denn es machte „Sinn“, zu essen was und wann es zu essen gab. Und so sind es heute nicht die inflationär auftretenden Lustangebote, an denen es mangelt, sondern die Fähigkeiten, die notwendig sind, um solche Angebote auch lustvoll wahrnehmen zu können.

Es lohnt sich aber den Geschmack als kritische Orientierungshilfe heranzuziehen, denn in Zeiten des Lebensmittelüberflusses, des pandemischen Übergewichts und der Zunahme ernährungsassoziierter Zivilisationskrankheiten ändert sich die Rolle der Genussfähigkeit radikal. Galt sie früher als reiner Luxus, der einer kleinen Elite vorbehalten war, so wird sie heute zur Schlüsselkompetenz. Denn nur sie ermöglicht einen entspannten Umgang mit dem Lebensmittelüberfluss.

Mehr noch, sie bildet die Voraussetzung für ein gesundheitsförderndes Verhalten, da sie einen starken, direkten, positiven Einfluss auf die subjektive Lebensqualität und das Wohlbefinden hat und weil sie in einer ausgeprägten, wechselseitigen Beziehung zum Gesundheitsverhalten steht. Je stärker die Genussfähigkeit ausgeprägt ist, desto häufiger wird aktiv und bewusst gesundheitsorientiertes Verhalten gezeigt.

Genießer treiben öfter Sport, ernähren sich gesünder, sind öfter an der frischen Luft, sind seltener einsam und ergreifen häufiger Maßnahmen zur Krankheitsprophylaxe. In Zukunft gilt es daher, die eigene Genussfähigkeit zu fördern, denn nur ein freies, wenn auch differenziertes Genussverhalten, macht unsere Sinne fit für eine gesunde Zukunft.

Quelle: forum-ernaehrung.at  / Fotos: forum-ernaehrung/Peter Hautzinger

 

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